Hermès Kelly Bag

Jeder will sie – doch ihre Besitzerinnen haben zunächst einmal Ausdauer bewiesen: die Kelly Bag von Hermès ist der Taschenklassiker schlechthin. Und das seit 1935.

Die Handtasche für Grace Kelly von Hermès

Einen eher unscheinbaren ersten Auftritt hatte der heutige Klassiker: ganz schlicht als „Petit Sac Haut à Courroies“ – „kleine Tasche mit Trageriemen“ – bezeichnet, brachte Hermès die vom damaligen Chefdesigner Robert Dumas entworfene heutige It-Bag im unverwechselbaren Design 1935 auf den Markt. Die Tasche sollte ursprünglich dem Transport von Pferdezaumzeug dienen. Seitdem Thierry Hermès, von Beruf Sattler, sein Unternehmen 1837 in Paris gründete, war die handwerkliche Verarbeitung der Lederwaren kennzeichnend für alle Produkte des Unternehmens: erst waren dies Sattel und Zaumzug, später kamen Koffer und Taschen dazu, seit den 1920er-Jahren auch Handtaschen. Bis heute werden bei vielen der begehrten Must-Haves alle Arbeitsschritte von einem Mitarbeiter ausgeführt.

So wie bei der „Petit Sac Haut à Courroies“ – die zunächst unbemerkt für viele Jahre im Programm von Hermès blieb. Bis sie 1956 am Arm der legendären Grace Kelly weltweiten Ruhm erlangte. Erstmals wurde sie am Tage ihrer Verlobung mit Fürst Rainier III von Monaco an der Schauspielerin gesichtet. Das Foto auf dem Cover des „Life“-Magazins ging um die Welt, die „kleine Tasche“ wurde zum Must-Have. Später wurde Fürstin Gracia Patricia mit den verschiedensten Modellen Tasche gesehen – im April 1956 ging das Gerücht um die Welt, die Fürstin wolle mit der Hermès-Tasche aus schwarzem Schlangenleder ihren Babybauch kaschieren. So wurde die „Kleine“ zur legendären Hermès Kelly Bag.

Was die klassische It Bag so besonders macht

Die typische Trapezform der Hermès Kelly Bag, die sich zur Oberseite hin verjüngt, und der rechteckige, mit Metallfüßen verstärkte Boden, die leicht nach außen überstehenden oder innenliegenden Nähte – all das macht die Kelly Bag unverwechselbar. Charakteristisch ist vor allem ihr Verschluss: zwei sich kreuzende Lederriemen werden über einer vergoldeten Schließe zusammengeführt. Geschlossen ist die Tasche flach, geöffnet klappt sie aus und hält erstaunlich viel Platz bereit. Je nach Ausführung hat sie ein Innenfach oder mehrere und verstaut alles, was die Dame von Welt bei sich trägt. Trotz der Zurückhaltung, die das Design der Handtasche ausstrahlt, spart Hermès nicht an hübschen Details: So gehört zu jeder Tasche ein kleines Vorhängeschloss nebst Schlüsseletui. Dieser ist an einem Lederriemen befestigt und lässt sich um die Henkel der „Kleinen“ schlingen.

Das Design der Kelly Bag ist schlicht und reduziert, die Verarbeitung erstklassig

Oft kopiert, nie erreicht: Das Design der Hermès Kelly Bag ist schlicht und reduziert, die Verarbeitung erstklassig – jede Tasche wird von einem Mitarbeiter in Handarbeit gefertigt, er übernimmt alle Arbeitsschritte, vom Zuschnitt bis zur zur Formung der Henkel, und das ausschließlich an einer der insgesamt zwölf Produktionsstätten von Hermès, die sich alle in Frankreich befinden. Zwischen 18 und 24 Stunden benötigt er dafür und berücksichtigt dabei exakt die Struktur der rund 20 verschiedenen verfügbaren Leder: vom klassischen Kalbs-, Rinds-, oder Ziegenleder über Krokodil-, Alligator-, Büffel-, Eidechsen- und Strauß bis hin zur Haihaut. So kommt die natürliche Musterung des Leders perfekt zur Geltung – ein Must-Have entsteht, und zwar eines, das sonst niemand hat.

Die Spitzen-Qualität der Hèrmes Kelly Bag

Denn jede Tasche wird individuell angefertigt. Deshalb gibt es sie nur auf Bestellung, Warteliste inklusive. Mancher munkelt, er habe bis zu drei Jahre auf die begehrte Tasche gewartet, es gäbe eine Warteliste für die Warteliste … Mythen umranken schon den Kauf der wohl legendärsten Tasche der Welt. Dafür kann sich die Käuferin Leder und Farbe selbst aussuchen. Auch exotische Kombinationen sind möglich, verschiedene Leder und Farben lassen sich auch kombinieren.

Hèrmes Kelly Bag kaufen

Jedes Modell der legendären Handtaschen ist eine Einzelanfertigung von Hand. Man kann nicht einfach in eine Marken-Filiale gehen und dort eine Hèrmes Kelly Bag kaufen. Vielmehr sind die einzelnen Handtaschen Auftragsarbeiten – die Warteliste für die Taschen ist Geduldssache. Es soll sogar Wartelisten für Wartelisten geben, was die Sache noch verkompliziert. Wer also unbedingt eine echte Hèrmes Kelly Bag kaufen will, ist auf dem hochwertigen Gebrauchtmarkt gut aufgehoben. Denn eine gut behandelte Kelly, die wenig getragen wurde und keine Mängel aufweist, ist schließlich wie eine Neue.

Moderne Superstars tragen die Grace Kelly Handtasche

So wie Victoria Beckham, die gleich mehrere der begehrten Must-haves ihr eigen nennt und schon mit eleganten Varianten in Bordeaux und Ecru gesichtet wurde. Auch Kate Moss und Kim Kardashian wurden schon mit der Luxustasche gesichtet – die Klientel, die sich natürlich locker die Hèrmes Kelly Bag kaufen kann. Die gibt es auf besonderen Wunsch auch als Sonderanfertigungen in ungewöhnlichen Materialien, aus Jeans und Leder, mit Camouflage-Druck oder, wie in einer Sonderkollektion aus den 90er-Jahren, aus Seidenschals, natürlich den legendären von Hermés. Im Jahr 2000 verwandelte das Pariser Modeunternehmen seinen Taschenklassiker in ein Püppchen: Die Kelly Bag erhielt ein Gesicht, angefügt wurden Arme und Beine: Es entstand die Kelly Doll.

Wer es lieber klassisch mag, der wählt die zurückhaltende, einfarbige Ausführung, in Schwarz, Orange, Hellblau oder Gelb, in Kroko- oder Straußenleder in Braun, Blau oder Rot – die Auswahl ist schier unendlich, es gibt heute mehr als 200 Varianten der einzigartigen Tasche, und das nicht nur in etwa 20 verschiedenen Lederausführungen, auch in vielen Formaten ist der Klassisker von Hermès erhältlich: es gibt sie in insgesamt acht Größen, von „mini“ mit einer Größe von 15 Zentimetern über das Modell in 35 Zentimeter Größe bis zur „Großen“ mit einem Maß von 50 Zentimetern.

Varianten und Neuauflagen der Hermès Kelly Bag

Inzwischen hat Hermès einige Varianten seines zeitlosen Klassikers auf den Markt gebracht, wie die Kellyado, deren leicht abgewandeltes, frisches Design eine jüngere Käuferschicht ansprechen soll. Modezar Jean-Paul Gaultier interpretierte den Klassiker schon zwei mal ganz neu: im Jahr 2004 mit der Shoulder Kelly, die mit kurzem Henkel unter dem Arm getragen wird, und 2007 mit der kaum wiederzuerkennenden Kelly Flat. Der charakteristische Verschluss wurde durch zwei Lederbänder ersetzt, die Tasche selbst, gefertigt aus handweichem Leder, wird gerollt.

Und wie kommt man nun an das begehrte Stück? Nicht nur Ausdauer, auch das nötige Kleingeld sind nötig: Eine Tasche schlägt mit etwa 3.500 bis 60.000 Euro zu Buche, je nach Größe und Material.

Bilder: © s_bukley – shutterstock.com | © Everett Collection – shutterstock.com

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